Andacht September 2017: Schule für Geist und Seele

Im Judentum und in den Anfangsjahren des Christentums ist die Synagoge das Haus für religiöse Versammlungen, das Haus des Gebetes und des Lernens. Auch Jesus hat in dieser Schule gelehrt:

Und als der Sabbat kam, fing er an zu lehren in der Synagoge. Und viele, die zuhörten, verwunderten sich und sprachen: Woher hat er dies? Und was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist? Und solche Taten geschehen durch seine Hände? (Markus 6,2)

Mittlerweile sind im Christentum die Kirchen und Gemeindehäuser und – beim Religionsunterricht – auch die Schulen längst an die Stelle der Synagoge getreten.

In wenigen Tagen beginnt bei uns ein neues Schuljahr und damit das Lehren und das Lernen. Mit Lehren und Lernen beginnt der Einstieg in unseren christlichen Glauben. Bereits im Kindergarten wird nach kindgerechtem Verständnis der christliche Glaube gelehrt und mit kindlichem Verstand aufgenommen. Religiöse Geschichten werden mit einfachen Worten erzählt und mit vielen Zeichen und Symbolen verinnerlicht. Lieder und Gebet begleiten den Tagesablauf wie z.B. „Wo ich gehe, wo ich stehe, bist du, lieber Gott, bei mir; wenn ich dich auch niemals sehe, weiß ich dennoch, du bist hier.“ Im Religionsunterricht in der Schule sowie bei Angeboten in unserer Kirchengemeinde wie z.B. den Konfi-Kids oder im Konfirmandenunterricht wird mit zunehmendem Alter der Schüler das Lehren und das Lernen anspruchsvoller und tiefsinniger. Aus Erzählungen werden Gespräche. Erfahrungen werden ausgetauscht, Hintergründe erläutert und es kommt, wie bei Jesus in der Synagoge, zum gemeinsamen Philosophieren über „Gott und die Welt“.

Allerdings sollte der Religionsunterricht mehr als reine Wissensvermittlung im Sinne von Religionskunde sein. Das Lernen alleine macht noch keinen wahren Christen. Entscheidend ist der Glaube an die christliche Botschaft. Glauben ist eine Haltung, die dem Leben Stabilität und Richtung verleiht. Nur wenn wir das Gehörte durchdenken und verinnerlichen, wenn wir Hoffnung schöpfen, auf Gott vertrauen und uns auf ihn verlassen, können wir zuversichtlich als frohe Menschen durchs Leben gehen. Der Heilige Geist möge uns auf rechtem Weg dorthin führen.

Doris Bernet-Bauer

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