Andacht Oktober 2019: Loblied auf die Schöpfung

Lobe den Herrn, meine Seele!

So beginnt der 104. Psalm. Loben fällt mir manchmal schwer, viel lieber beschwere ich mich über Dinge, die nicht gut laufen. Dazu kommt mir das Sprichwort „Nicht geschimpft ist halb gelobt“ in den Sinn. Wir sind oft unzufrieden mit dem, was wir haben, und dem, was wir können. Wir neigen zu Vergleichen und fühlen uns benachteiligt und zurückgewiesen. Und dennoch ist ein Lob wie Balsam für die Seele.

Der Psalm 104 ist voll des Lobes über Gottes Schöpfung, darüber, wie wunderbar die Natur und Umwelt geschaffen wurde so ganz ohne Vorleistung – ein Loblied auf die Schöpfung.

Herr, wie sind deine Werke so groß und viel! / Du hast sie alle weise geordnet, / und die Erde ist voll deiner Güter.

Als ich im August die Gemeinden unserer Partnerdiözese in Mwanga in Tansania besucht habe, wurde mir dieses Geschenk wieder einmal so richtig bewusst.

Die Herrlichkeit des HERRN bleibe ewiglich, / der HERR freue sich seiner Werke!

Die Schätze der Natur offenbaren sich dort in endloser Steppe, in hohen Bergen und Gebirgen und in der vielfältigen Tierwelt. Beim Besuch von Maasai-Gemeinden zeigt sich die Selbstverständlichkeit, in der Mensch und Tier im Einklang voll des Lobes über Gott und seine Schöpfung leben.

Die Herrlichkeit des HERRN bleibe ewiglich, / der HERR freue sich seiner Werke!

Wir sollten uns in unserem Alltag viel öfter einmal bewusst machen, welch großes Geschenk uns Gott gegeben hat, auf dieser Erde leben zu dürfen. Viele Dinge, die wir als Selbstverständlichkeit ansehen, sind ganz und gar nicht selbstverständlich. Wir sollten von Zeit zu Zeit einmal innehalten und unsere Augen für die kleinen Dinge öffnen: für Begegnungen mit Menschen, für ein gutes Wort – vielleicht ein kleines, verstecktes Lob für den Schmetterling, der sich sanft auf meine Hand setzt und behutsam mit den Flügeln schlägt, kurz verweilt und seine Flügel erhebt und unbeschwert davon fliegt.

Lobe den Herrn, meine Seele!

Christine Senger

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