Andacht März 2017: Das Kidrontal

Kidrontal? Was fällt uns dazu ein? Ist das ein Ort (wie z.B. Hummeltal) oder ein Flusslauf (wie das Donautal) oder ein Nachname (wie Lilienthal)? Nein! Das Kidrontal, das in der Bibel genannt wird, ist ein kleiner Einschnitt zwischen Tempelberg und Jerusalemer Altstadt im Westen und dem Ölberg im Osten. Es verläuft von Norden in südliche Richtung. Der Bach Kidron führt nur im Frühsommer Wasser, das bei Regen vom Tempelberg und vom Ölberg herabfließt.

Schon im Alten Testament werden der Bach und das Tal erwähnt. Es wird berichtet, wie König David beim Aufstand Absaloms über den Kidron flüchtet. Auch lesen wir in der Bibel, dass im Tal Kidron Götzenbilder verbrannt wurden. Im zweiten Königebuch und bei Jeremia wird erzählt, dass dort der städtische Friedhof lag.

Jetzt, mit Blick auf die beginnende Passionszeit, macht uns das Johannesevangelium auf das Kidrontal aufmerksam. Bei Johannes lesen wir: „Als Jesus das geredet hatte, ging er hinaus mit seinen Jüngern über den Bach Kidron; da war ein Garten, in den gingen Jesus und seine Jünger.“ Mit dem Durchschreiten des Kidrontales beginnt der Leidensweg Jesu. Als Christen wird uns nun die Passionsgeschichte gegenwärtig. Wir denken an das innige Gebet Jesu und die schlafenden Jünger, den Verrat durch Judas, die Gefangennahme im Garten Getsemane sowie die Verleugnung und Reue des Petrus. Es folgt das Verhör vor dem Hohen Priester, die Forderung des Volkes auf Hinrichtung, die Verurteilung und schließlich die Kreuzigung.

Damit war Jesus nahe dem Ziel, für das er gekommen war: Er musste leiden und sterben, um die Sünden der Menschen zu sühnen. Er wusste, er muss für uns diesen schweren Gang gehen, doch er war sich sicher, dass er nie allein war. Er war stets an der Hand Gottes.

Was fällt uns als Christen jetzt ein, wenn wir „Kidrontal“ hören oder lesen? Besinnen wir uns auf das Passionslied: „Jesus, deine Passion will ich jetzt bedenken; wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken.“

Doris Bernet-Bauer

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