Andacht Juli 2017: An der Schwelle zum neuen Leben

Der Jordan ist nur ein relativ kleiner Fluss, trotzdem gehört er zu den berühmtesten Gewässern der Welt. Im Jordan wurde Jesus Christus getauft. Ihn durchquerten die Israeliten, als sie ins verheißene Land Kanaan einzogen.

Der Prophet Mose hatte die Israeliten viele Jahre, bis an das Ufer des Jordans, geführt, doch nun war Mose tot, und Josua war an seine Stelle getreten. Der war sich noch unsicher, doch Gott versprach ihm: „Von heute ab werde ich dich vor dem ganzen Volk Israel groß machen. Sie sollen merken, dass ich dir beistehe, wie ich Mose beigestanden habe.“ (Josua 3,7)

Für die Israeliten war es wichtig zu wissen: Gott ist für uns da, er steht Josua bei. Zwischen den Israeliten und Kanaan lag also nur noch der Jordan. Wie sollten sie da sicher auf die andere Seite kommen? Brücken gab es noch nicht.

Doch Gott half seinem Volk und bescherte ihm – verkündet durch Josua – ein Wunder: „Die Bundeslade des Herrn, dem die ganz Erde gehört, wird voranziehen und euch einen Weg durch den Jordan bahnen. Sobald die Priester, die sie tragen, ihre Füße ins Jordanwasser setzen, wird kein Wasser mehr nachfließen.“ (Josua 3, 11)

So geschah es auch: Die Priester mit der Bundeslade hielten den Wasserstrom auf wie eine Staumauer! Ein bequemer Übergang für das Volk Israel entstand.

Wie Gott damals die Israeliten vor den Fluten des Jordans bewahrte, so hilft er uns auch heute noch, nicht in den Untiefen des Lebens zu versinken. Die Botschaft von Taufe, Abendmahl und jedem Gottesdienst schützt uns vor dem „Untergang“.

Von dieser Geschichte kommt die Redensart „über den Jordan gehen.“ Damit wird umgangssprachlich scherzhaft das Sterben umschrieben. Hier geht es aber eigentlich nicht um Sterben, sondern um einen Übergang zu neuem Leben. Nach der Reise durch ein bewegtes Leben gehen wir voll Zuversicht in Gottes neue Welt.

Andrea Giesbert

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