Andacht Januar 2019: Vereint mit den Engeln Gott loben

Wir tun es bei jedem Abendmahl. Egal, ob wir geübte (Chor)sänger/innen sind oder eher vor uns hin brummen. Das Lobgebet am Anfang der Mahlfeier reiht uns ein in einen großen Chor: Da stehen Alte und Junge, Menschen aller Hautfarben und Herkunft Seite an Seite mit Gottes Engeln! Und singen zu seiner Ehre.

„Darum loben die Engel deine Herrlichkeit; dich preisen die Kräfte des Himmels mit einhelligem Jubel; mit ihnen vereinen auch wir unsere Stimmen und bekennen ohne Ende: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll.“

Dieses Lied ist bereits 2700 Jahre alt. Der Prophet Jesaja hat es aufgeschrieben (Jes. 6,3). Er sieht Gott wie einen König auf dem Thron sitzen. Um ihn herum Serafim, Engel mit sechs Flügeln, die ununterbrochen dieses Lob Gottes durch den Himmel rufen: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr!“ – Jesaja allerdings singt nicht mit. Er hat Angst und spürt seine Schuld, mit der er hier vor Gottes Thron nicht bestehen kann. Doch Gott spricht ihm Vergebung zu und gibt ihm einen Auftrag.
In unserer Gottesdienst-Liturgie ist das Lied der Engel nicht mehr beängstigend. Wir dürfen mitsingen und in der Nähe des Heiligen sein, denn Gott selbst hat uns ja in Jesus die Tür zu sich geöffnet! Der himmlische König hat den Thron verlassen und wurde in einem armseligen Stall als Menschenkind geboren. Der Gott der Heerscharen (hebr. „Zebaoth“) gibt seine Macht auf und liefert sich schutzlos und wehrlos den Menschen aus. In Jesus bekommt der heilige Gott ein Gesicht, das wir anschauen können – ohne Angst.

Loben tut uns gut. Loben macht Gott groß und unsere Furcht klein. Es rückt die Machtansprüche der Welt zurecht. Wir singen mit im Chor der Engel und aller, die Gott vertrauen, zu allen Zeiten, an allen Orten. Es wird unüberhörbar: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll.

Pfarrerin Sabine Winkler

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