Andacht Januar 2018: Lasst die Kinder zu mir kommen

Wie gerne schauen wir spielenden Kindern zu, wie oft amüsieren wir uns über dahergesagte Kinderworte oder wie gerne bestaunen wir von ihnen selbst Gebasteltes. Kinder haben ihr Leben noch vor sich und es soll gelingen, sie sollen fest und stark im Leben stehen.

Doch welchen Stellenwert haben Kinder, wenn sie etwas möchten? Als vor ca. 2000 Jahren vermutlich fröhliche und lärmende Kinder zu Jesus wollten, wurden sie von den Jüngern Jesu abgewiesen und von Jesus fern gehalten. Sie meinten, Jesus hätte schließlich Wichtigeres zu tun, zum Beispiel ernste Gespräche oder theologische Grundsatzdiskussionen mit Erwachsenen führen.

Als Jesus dies merkte, wurde er ärgerlich, er wurde richtig zornig und herrschte seine Jünger an: „Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie.“ (Markus 10, 14–16)

Jesus nimmt sich nicht nur der Erwachsenen, der Einflussreichen, der Mächtigen und der Schwachen an. Neugierige, naive Kinder weist er keineswegs ab. Im Gegenteil, er spricht nicht nur mit ihnen, er nimmt sie in den Arm, er lässt sie die Liebe spüren und segnet sie. Jesus wertet die Kinder auf, die von den Jüngern abgewiesen wurden. Dann geht Jesus noch einen Schritt weiter, wenn er sagt: „denn solchen gehört das Reich Gottes“. Das Verhalten der Kinder soll für uns Erwachsene beispielhaft sein. Kinder öffnen sich vertrauensvoll der frohen Botschaft Jesu. Sie grübeln nicht, zweifeln nicht, kalkulieren nicht, sie strengen sich nicht krampfhaft an, um seine Liebe zu verdienen. In diesem Sinne sollen Kinder für uns Vorbild sein, dann wird Gottes Segen zu uns kommen.

Doris Bernet-Bauer

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