Andacht August/September 2019: Lied der Geretteten

Da nahm Mirjam, die Schwester Aarons, die Trommel in ihre Hand und alle Frauen zogen hinter ihr hinaus mit Handpauken und in Reigentänzen. Und Mirjam sang ihnen vor: „Singt dem Herrn, denn hoch erhaben ist er. Ross und Reiter hat er ins Meer geschleudert.“ (Exodus 15,21)

Der Auszug aus Ägypten oder Exodus ist die überlieferte Erzählung von der Rettung der Israeliten aus der Sklaverei des Pharaos. Unter der Führung der Geschwister Mose, Aaron und Mirjam fliehen die Juden vor den Verfolgern. Gott teilt das Meer, das ihre Flucht behindert, und die Israeliten können durchziehen. Die Soldaten des Pharao aber sterben alle, als die Fluten über ihnen zusammenschlagen. So beginnt die besondere Geschichte Israels mit seinem Gott Jahwe, durch die er sich seinem Volk bekannt macht. Diese theologische Ursprungsgeschichte Israels ist das zentrale Glaubensbekenntnis des Judentums.

Das Wesentliche am Lied der Mirjam ist der Dank für die Rettung aus dem Tod und die Nennung des Retters, dem die Entronnenen ihr Leben verdanken. Den Inhalt des Liedes kann man auf die einfache Formel bringen: Wir sind Gerettete und wir vertrauen unserem Retter!

Am Anfang der Geschichte des Volkes Israel steht die Erfahrung einer Befreiung, eines Wunders. Jedes Jahr zu Pes­sach singen die Juden Mirjams Lied der Geretteten zum Lobe Gottes.

Das Mirjamlied und auch unsere christlichen Lieder haben den Auftrag, Gott die Ehre zu geben.  Wir dürfen glauben, dass nicht wir selber oder ein anderer Mensch uns retten kann in dieser unheilen Welt, sondern nur unser Gott, der uns auf unserem Lebensweg begleitet.

Gisela Schleifer

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