Andacht April 2017: Arimathäa - Heimat der Königsmacher

Das Gartengrab in Jerusalem. Foto: upyernoz /WikipediaSo wie auf diesem Foto hat vermutlich Jesu Grab ausgesehen, als der große Stein am Ostermorgen weg war. Um die dunkle Grabestür herum (und auch im Grab) strahlte das Licht der Auferstehung und vertrieb den Schatten des Todes und der Trauer der Jünger und Jüngerinnen.

Jesu Grab gehörte Josef von Arima­thäa, einem reichen Mann und Mitglied des Hohen Rates. Er war gegen die Verurteilung Jesu gewesen, weil er (heimlich) ein Anhänger Jesu war. Am Abend des Karfreitag nimmt er all seinen Mut zusammen, bittet Pilatus um den Leichnam Jesu und bestattet Jesus in seinem eigenen Grab. Ein (so glaubt er) letzter Dienst für den, auf den er all seine Hoffnung gesetzt hatte.

Anderthalb Tage später wird das Grab leer sein. Trauer verwandelt sich in Freude, Schatten in Licht: Jesus lebt! Und er ist tatsächlich der König, der Heiland, der Retter, der Messias!
Wir können Josefs Freude und seinen Stolz nur erahnen. Ganz bestimmt hat er seiner Verwandtschaft in der Ortschaft Arimathäa bald berichtet, was in Jerusalem geschehen war – und dass aus seinem Grab gewissermaßen der neue „Gesalbte“ (= Messias) Gottes auferstanden war.

Schon einmal war übrigens aus Arimathäa der „Königsmacher“ von Israel gekommen. Denn Arimathäa ist wahrscheinlich die gleiche Ortschaft wie „Ramathaim“, der Heimatort des Propheten Samuel. Dieser hatte einst die ersten beiden Könige Israels, Saul und David, zum König gesalbt.
Hier schließt sich also ein Kreis in der Geschichte Israels – zumindest für diejenigen, die an Jesus als den Messias glauben. Und noch ein Kreis schließt sich mit Josef von Arimathäa und den Frauen, die Jesu Grablegung beobachten: Am Beginn und Ende seines irdischen Lebens sind bei Jesus jeweils eine Maria (am Grab sogar zwei) und ein Josef. Sie alle begegnen in Jesus dem Licht des Lebens, das auch unser Leben erleuchten will.

Thomas Miertschischk

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